Themenschwerpunkt Gesundheit

Gesamtlaufzeit: 1980er Jahre bis heute

Die Gesundheitsbedingungen in Pakistan gehören zu den schlechtesten Asiens. Eine hohe Mutter- und Kindersterblichkeit geht mit einer unzulänglichen Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung einher. Eine der Hauptursachen für die unzureichende Versorgung ist fehlendes qualifiziertes Personal in den Gesundheitseinrichtungen. Krankenversicherungen sind für den überwiegenden Teil der Bevölkerung nicht zugänglich. Neben einem hohen Anteil von Infektionskrankheiten wie Tuberkulose (TB) nehmen zudem auch Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes in allen Bevölkerungsgruppen stark zu.

Deutschland unterstützt Pakistan seit den 1980er Jahren dabei, die Kapazitäten des Gesundheitssystems zu verbessern und so effiziente und gerechte Gesundheitsdienstleistungen bereitzustellen.

Was bisher erreicht wurde– Beispiele:

  • Seit den 90er Jahren investiert die deutsche Regierung in Familienplanungs-Programme. Bis zum heutigen Tag hat sie dafür rund 42 Mio. Euro eingesetzt.

  • Die mit deutscher Unterstützung etablierte Health Services Academy (HSA), die nationale Akademie der Gesundheitsdienste, genießt inzwischen den Ruf eines Exzellenzzentrums für Postgraduierten- und Kurzstudiengänge. Bisher verließen 188 Graduierte das Institut mit einem Masterabschluss. Der Prozentsatz von Absolvent/innen mit Managementaufgaben nach dem Abschluss stieg von 60 Prozent auf 80 Prozent. 38 Prozent der Absolvent/innen des Masterprogramms gestalten im Berufsleben politische Richtlinien im Gesundheitsbereich mit. Insgesamt arbeiten 200 Absolvent/innen heute in Schlüsselpositionen im pakistanischen Gesundheitssektor.

  • Pakistanisch-deutsche Vorhaben der Finanziellen und Technischen Zusammenarbeit arbeiten daran, die Anzahl der TB-Neuinfektionen deutlich zu senken. Besser ausgebildetes Personal, neue Diagnosezentren und die Lieferung von Medikamenten haben dazu geführt, dass TB heute besser diagnostiziert und behandelt werden kann. Die Erkennungsrate der Krankheit stieg in Khyber Pakhtunkhwa von 28 Prozent (2003) auf 92 Prozent (2009) und in FATA von 32 Prozent (2007) auf 74 Prozent (2009).

  • Durch die mit deutscher Unterstützung entwickelte “Nationale Bluttransfusionsstrategie” sind die Voraussetzungen geschaffen, um die Bevölkerung mit sicheren Blutprodukten zu versorgen.

  • Deutschland beriet die Gesundheitsbehörde in Azad Jammu Kaschmir dabei, ein Personalmanagementsystem zu entwickeln. Gesundheitsmanager/innen in drei Distrikten haben nun Zugriff auf detaillierte Mitarbeiterprofile und können Arbeitskräfte so effizient einsetzen. Es ist geplant, das System auf den gesamten Bundesstaat auszuweiten.

  • Durch Schuldenumwandlungsprogramme Deutschlands ist die pakistanische Regierung in der Lage, den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria sowie den Aus- bzw. Neubau von Krankenhäusern in FATA zu finanzieren.

Schwerpunkt Gesundheit